Testbericht Blade 400 3D

Autor Matthias Fröchling

Ready to fly...
...ein gewagter Schritt in der RC- Heli Szene, da gerade im Heli Bereich die Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt werden müssen, um ein funktionierendes System zu erhalten.
Nun galt es, dieses unter die Lupe zu nehmen und zu testen, ob der Blade 400 das hält, was er verspricht, nämlich einen Heli „out of the box“ für alle Anwendungszwecke.
Geliefert wird der Blade 400 in einem stabilen Karton, welcher sich auch für die spätere Aufbewahrung und auch Transport sehr gut eignet. Die Ware ist sehr gut geschützt verpackt und alles hat seinen Platz.
Neben dem eigentlichen Modell, dem Spektrum DX6-i Sender, einem 12 Volt Ladegerät, einem 1800mAh Lithiumpolymer Akku, liegen dem Set auch noch handelsübliche AA- Mignon Batterien für den Sender, sowie diverses Einstellwerkzeug und sogar ein Transporthalter für die Holzrotorblätter bei.
Leider lag dem Set entgegen der Ankündigung von JSB eine englische Bedienungsanleitung für Modell und Sender bei. Wer sich der englischen Sprache nicht sicher ist, versteht es nur schwer, den Sender in seinen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Mittlerweile gibt es jedoch ein Download der deutschen Anleitungen. Ich hoffe, dass diese zukünftig dem Set beiliegen werden.
Nach erstmaligem auspacken wurde der Blade 400 mechanisch unter die Lupe genommen.
Sofort fiel mir auf, dass alle Kabel und Leitungen sehr sauber verlegt wurden und es nirgends eine Quetschung gab. Nach Überprüfung aller Schraubverbindungen muss ich sagen, dass hier sehr sorgfältig gearbeitet wurde. Ich konnte keine losen Verbindungen feststellen. Im Gegenteil: Die Hauptrotorblätter waren zu fest angezogen und ich musste sie um eine ca. ¼ Umdrehung lösen. Tut man dieses nicht, haben die Rotorblätter keine Möglichkeit, sich Fliehkraftbedingt auszurichten und man wird mit einem vibrierenden Heli konfrontiert.
Eines der Paddel stand minimal außerhalb der Ebene und musste korrigiert werden, welches aber in einigen Minuten schnell erledigt war.

Inbetriebnahme:
Nach mechanischer Kontrolle wurde nun die Inbetriebnahme vorbereitet. Der Flugakku wurde mit dem mitgelieferten Ladegerät erstmalig aufgeladen, welches ungefähr 50 Minuten dauerte.
Anzumerken ist, dass man ein separates Netzteil benötigt, da dem Set kein Netzteil beiliegt. Jedoch befinden sich am Ladegerät Krokodilklemmen, so dass man den Lader auch an einer Autobatterie anschließen kann.
Der Sender wurde mit den beiliegenden Batterien bestückt. Nach einschalten des Senders ist dieser auch sofort Betriebsbereit. Auch der richtige Modellspeicher ist angewählt.
Den Flugakku am Blade 400 befestigt und schon kann man den Heli in Betrieb nehmen. Der Akku wird auf einer Rutsche mittels Klettband befestigt, welches einen mühelosen Austausch ermöglicht.
Die Haubenbefestigung ist Gewöhnungsbedürftig und bedarf einiger Versuche, ehe sie vernünftig sitzt und ausgerichtet ist. Hier ist sicherlich noch Verbesserungspotential drin.
Nach ca. 10 Sekunden hat sich das System initialisiert und der Blade 400 ist bereit. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, den Blade 400 für ca. 10 Minuten stehen zu lassen, damit sich der Piezo Gyro seiner Umgebungstemperatur anpassen kann, um einen Temperaturdrift weitestgehend zu vermeiden. Alle Servos laufen weich, störungsfrei und zittern nicht in Ruheposition.

Der zyklisch mögliche Ausschlag der Taumelscheibe lässt daraus schließen, dass es sich beim Blade 400 um ein agiles Gerät handeln wird, da der Taumelscheibenausschlag Senderseitig nicht begrenzt war.
Ich habe für den Erstflug eine Reduzierung des Ausschlages über Dual Rate auf 60% gewählt. Ebenso 10% Expo beigemischt, um den Blade 400 erst einmal kennen zu lernen. Diese Werte stellten sich nachher als ideal für mich heraus.
Die erste Flugphase beginnt bei Knüppelstellung hinten mit Gas Null und steigert sich bis zur Knüppelmitte auf Schwebedrehzahl, welche ca. 2300 U/min. beträgt.
Beim ersten abheben zog der Blade 400 nach rechts, welches aber durch 4 Klicks am Sender umgehend behoben werden konnte.

Der Spurlauf, war er daheim noch korrekt, musste draußen auf dem Flugfeld um eine halbe Umdrehung korrigiert werden. Dieser blieb jedoch in der kompletten weiteren Testphase konstant.

Für ein Gesamtgewicht von 659 Gramm ist der Blade 400 erstaunlich stabil im Schwebeflug. Gemeinsam mit den Voreingestellten werten konnte der Heli auf Anhieb begeistern. Der erste Flug wurde genutzt, um sich an den Blade 400 zu gewöhnen und natürlich um die Dauer des Fluges bezüglich Akku festzulegen. Lässt die Energie nach, regelt der 25A Regler, welcher im Stellermodus arbeitet, die Drehzahl herunter und man bemerkt sofort, dass es Zeit ist, den Heli zu landen, was bei mir nach exakt 9 Minuten und 13 Sekunden der Fall war.

Die zweite Akkuladung wurde genutzt, um das Verhalten des Gyros bei schnellen Pitchstößen festzustellen. In der 1. Flugphase bricht das Heck bei starkem Pitchmanagement minimal aus, fängt sich aber sofort wieder. Die Schwebeflugphase ist auch nicht für solchen Einsatz gedacht. Rundflug ist dennoch kein Problem und man kann mit o.b. Einstellwerten sehr dynamisch fliegen.

Der dritte und die darauf folgenden Flüge wurden in der Kunstflugphase absolviert. Nach dem Umschalten in Phase 2 legt der Blade 400 noch einmal gehörig zu und die Drehzahl liegt bei ca. 2600 U/min.
Erstaunlicherweise steht das Heck nun noch einmal deutlich besser als in der ersten Phase und der Heli fühlt sich „beherrschbarer“ an. Die Steuerbefehle werden sehr direkt übertragen und ich habe mir deshalb eine zweite Anordnung des Taumelscheibenausschlages programmiert. Dabei habe ich bei 100% Ausschlag 30% Expo beigemischt, was sich als gut herausgestellt hat.
Nun macht der Blade 400 auch exakt das, was ich ihm abverlange.
In der Kunstflugphase ist die Energie des Akkus bereits nach guten 6 Minuten verbraucht.
Interessant sind die gemessenen Temperaturen nach dem Flug:Regler 38,0°C Akku 43,8°C im Schwebeflug Akku 48,5°C im Kunstflug Motor 29,5°C Die Werte sagen aus, dass die Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt – und somit richtig ausgewählt worden sind.

Bei schnellem Vorwärtsflug neigt der Blade 400 zu einer leichten Aufbäumtendenz, welches ich aber den Holzrotorblättern zuschreibe. Leider waren zum Zeitpunkt des Testes die optional erhältlichen CFK- Blätter noch nicht verfügbar. Damit dürfte die Aufbäumtendenz nicht mehr auftreten.

Loopings, sowie Rollen gelingen einfach von der Hand und der Kreisel hält diese Positionen mehr oder weniger gut. Beim Rückwärtsflug hatte ich das Gefühl, der Kreisel wäre hier überfordert. Deshalb würde ich persönlich für den reinen 3d- Einsatz einen anderen Kreisel wählen. Für die Mehrzahl der Blade 400 Besitzer sollte dieser Kreisel jedoch ausreichend sein.

Da ich für meinen ersten Einsatz meine Akkus für den Sender verwendet habe, meldete sich dieser nach mehreren Einsätzen mit einem „low Voltage“ Piepsignal. Dieses signalisiert eine zu geringe Versorgungsspannung. Jedoch konnte ich bedenkenlos meine Runde beenden und den Blade 400 sicher landen.

Zu bemängeln wäre hier nur das Ladegerät, welches bei meinem Testmodell nach ca. 15 Ladungen Lüftergeräusche von sich gibt. Es scheint, als würde der Lüfter nicht ordnungsgemäß anlaufen. Entgegengesetzt vieler Forumsbeiträge kann ich ein Spiel in den Servos nicht feststellen. Alles funktioniert so wie am ersten Tag.

Nach mittlerweile 30 Flügen muss ich sagen, dass der Blade 400 in Bezug auf Ready to fly wirklich das hält, was er verspricht, nämlich ein gut funktionierendes Gesamtpaket für einen sehr weiten Anwenderbereich.
Neueinsteiger und Koaxial- Umsteiger werden mit diesem Paket sehr gut bedient sein und lange Freude damit haben.